Anmeldestatus wird geprüft …

← Wissen

Wissen

UFI

Unique Formula Identifier als kontrollierte Verbindung zwischen Produkt, Gemischrezeptur und Poison Centre Notification.

  • UFI
  • PCN
  • Gemisch
  • Rezeptur
  • Produktidentifikation

Kurzfassung

Der Unique Formula Identifier (UFI) ist ein eindeutiger Code, der ein in Verkehr gebrachtes Produkt mit den zugehörigen Gemischinformationen einer gültigen Poison Centre Notification verbindet. Er ersetzt weder die Produktidentität noch die Rezepturversion und ist auch keine Aussage über die Gefährlichkeit. Seine Aufgabe ist die eindeutige Zuordnung im Notfall.

Die fachliche Beziehung

Ein belastbarer UFI-Prozess muss mehrere Identitäten auseinanderhalten:

Objekt Bedeutung
Gemischrezeptur Zusammensetzung in einer definierten Version
Produkt vermarktete Ausprägung mit Handelsname und Verpackung
Markt Land oder Melderegion, in der das Produkt bereitgestellt wird
PCN-Datensatz übermittelte fachliche Informationen mit Meldestatus
UFI Verbindung zwischen Produktkennzeichnung und gemeldeter Rezepturinformation

Ein Produkt darf daher nicht einfach irgendeinen technisch gültigen Code erhalten. Vor der Verwendung muss geprüft werden, ob der UFI zur richtigen Rezeptur gehört und in einer gültigen Meldung verwendet wird.

Kennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

Für gefährliche Gemische im Anwendungsbereich wird der UFI grundsätzlich auf der Kennzeichnung oder inneren Verpackung angegeben. Für bestimmte unverpackte oder ausschließlich industriell verwendete Produkte kann die Angabe in Abschnitt 1.1 des Sicherheitsdatenblatts relevant sein. Die konkrete Anwendung muss immer gegen den aktuellen Rechts- und Guidance-Stand geprüft werden.

Damit verbindet der UFI drei Ausgabekanäle:

Alle drei müssen dieselbe Produkt- und Rezepturversion beschreiben.

Relevanz für digitale Prozesse

Die eigentliche Herausforderung ist das Änderungsmanagement. Rezepturänderungen, neue Handelsnamen, zusätzliche Märkte oder eine geänderte Produktstruktur können neue Zuordnungen und Meldungen erforderlich machen. Ein System sollte deshalb nicht nur den Code speichern, sondern auch:

  • Rezeptur- und Produktreferenz,
  • Erstellungsgrundlage,
  • Meldestatus und betroffene Märkte,
  • Gültigkeits- und Freigabestatus,
  • Verwendung auf Label und SDS,
  • Historie ersetzter Zuordnungen.

Der UFI wird so zu einem kontrollierten Prozessobjekt innerhalb der Gefahrenkommunikation von GHS bis SDS.

Praxisbezug

Meine Erfahrung mit PCN, Produktmeldungen, Rezepturprüfung, Labeling und Sicherheitsdatenblättern bildet die fachliche Grundlage, um UFI-Zuordnungen nicht isoliert, sondern als Teil eines durchgängigen Produkt- und Datenprozesses zu betrachten.

NavigationHeiko Fanieng